Über die Gefahren des Multitaskings (auch und gerade in den Zeiten sozialer Medien)

Via kevindotjpg.

Immer noch sind die meisten Manager stolz, wenn sie am Abend zu Hause oder am Lagerfeuer berichten, wie viele Dinge sie gleichzeitig erledigten, wieviel sie zu tun haben, wie wichtig, unersetzbar und unbezahlbar (sowieso) sie sind.

Immer noch halten die meisten Manager Multitasking für erstrebenswert (auch wenn es strenggenommen gar nicht existiert).

Gerade in den Zeiten von Social Media und Networking meint man, man müsse überall gleichzeitig sein, an seiner Online-Reputation arbeiten, die Welt retten, twittern, den letzten Facebook-Gossip aufsaugen, wiederkäuen und in alle Richtungen hinausposaunen. Dem ist mitnichten so.

Der Leader konzentriert sich stattdessen auf eine einzige Sache, ein Meeting, eine Frage, eine Antwort. Er konzentriert sich auf eine einzige Vision, eine Strategie und nicht multiple Aktivitäten und Maßnahmen.

In seinem Fokus steht nicht die Beschäftigung um der Beschäftigung willen. Er muß sich selbst und anderen nicht mehr beweisen, wie beschäftigt und effizient er sein kann. Er realisiert effektiv relevante Lösungen.

Multitasking zerstört die Konzentration auf das Wesentliche.
Multitasking konterkariert Ganzheitlichkeit.
Multitasking degradiert Relevanz.
Multitasking kannibalisiert Intuition.
Multitasking verhindert elegante Lösungen.
Multitasking kreiert multiple Fehler – während der Multitasker meint, es seien multiple Orgasmen.
Multitasking erzeugt Stückwerk, das in der nächsten Drehung des Hamsterrades wieder angefasst werden muß.

Heutzutage lautet die Herausforderung nicht, zum Multitasking-Talent zu werden. Heute lautet die Herausforderung, sich auf eine Sache mal länger als 10 Minuten konzentrieren zu können. Eine Sache mal zu Ende zu diskutieren, Argumente für das Für und Wider auszutauschen. Eine einzige Sache endlich mal grundlegend zu verstehen und die richtigen, zielführenden, effektiven Entscheidungen zu treffen.

Das muß sich auch und gerade der Manager in der Politik und im Unternehmens-Vorstand hinter die Ohren schreiben. Die Kunst ist schon lange nicht mehr, auf möglichst viele Inputs in unserer überinformierten Welt möglichst parallel und unüberlegt reagieren zu können.

Die Kunst ist, nicht reagieren zu müssen, da man bereits zuvor richtig agiert hat, da man die ideale Entscheidung getroffen hat, die einem ein wenig Zeit verschafft, wiederum die nächsten Micro Strategies richtig zu planen, abzusichern und zu realisieren, die die eigene Vision zum Erfolge führen.

Die Kunst ist, voranzugehen. Die Kunst ist, die Ruhe zu haben, die Übersicht und den Weitblick, auf Multitasking getrost verzichten zu können!

Siehe auch, auf der tagesgeschäftlich-operationalen Ebene:
“Der Kalender als (Selbst-)Führungs-Instrument”.
“Über 7 Brücken mußt Du gehen!”.
“MfG – nach Diktat verreist”.

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