Angela Merkels ‘Alternativlos’ ist immer eine Niete

Sie sagt es oft, und sie sagt es immer öfter. Wenn aber alles "alternativlos" ist, sagt dies mehr über die Vision der Kanzlerin als es ihr in jedem dieser Momente lieb ist.

Wäre das 'alternativlos' der Kanzlerin das Los einer Lotterie, wäre es immer eine Niete, der aktuelle Protagonist – und alle, die sich mit ihren Steuergeldern an dieser Niete beteiligt haben – immer Verlierer, und würde(n) es selbst nichteinmal merken.

Ich möchte dies am Top-Management eines Unternehmens erläutern, da die Wenigsten sich die Regierung eines Landes vorstellen können, die meisten es aber täglich mit dem eigenen Management zu tun haben:

Alternativlos erstickt Engagement, Kreativität, Innovation

Alternativlos heißt 'Stopp, hier mußt Du nicht weiterdenken', die Entscheidung ist gefallen. Du mußt Dich nicht weiter für eine Lösung engagieren. Es gibt nur eine: meine.

Klar, daß da niemand mehr motiviert und kreativ an einer alternativen(!) Antwortmöglichkeit arbeitet. Sehr schnell wird einem nämlich auch verdeutlicht, man arbeite ineffizient. (Der Verbrennungsmotor zB ist alternativlos, so wie der Service von vodafone.)

Innovation wird im Keime erstickt, weiterdenken mitnichten belohnt, im Zweifel gar bestraft.

Alternativlos 'verpixelt' Horizonte

Die natürliche und kindlich-positive Neugier und Wißbegier, der Forscher- und Entdecker-Wille zurechtgestutzt, neue Horizonte nicht entwickelt, der eigene Tellerrand nicht hinter sich gelassen. Weitblick, Horizonterweiterung verkümmern.

Was das heute für ein Unternehmen (zB Nokia) bedeutet, ist allen im Unternehmen klar – warum keinem in der Politik? Befördert werden die mit dem geringsten Horizont?

Alternativlos erstickt Kritik und Meinungsfreiheit

Jedes Anrennen gegen das alternativlos wird sofort zur Kritik des Status bzw. Kritik der Higher-Paid-Opinion. Wo dies nicht gerne gesehen, geschweige gefördert wird, versinkt ein Unternehmen bald in Uniformität, Einfalt und Einfallslosigkeit.

Die mentalen Fähigkeiten der Menschen veröden. Sie selbst verblöden. Das sportliche Ringen um die beste, zukunftsweisendste Antwort auf die aktuellen und kommenden Herausforderungen weicht einer dumpfen Ja-Sager-Mentalität.

Das natürliche Engagement weicht der Depression, weicht einer (Unternehmens-)Kultur, die schnell diktatorische Züge bekommt, in der der Mensch mit seiner Individualität, seinen Ideen, seinem Denken mit dem Rücken zur Wand steht.

Alternativlos ist immense Geld-, Zeit- & HR-Verschwendung

Der Mitarbeiter-Braintrust des gesamten Unternehmens liegt brach, die Führung wird nicht mehr von ihm gefordert, nicht mehr infragegestellt, nicht mehr herausgefordert. Sie rostet so schnell wie das gesamte Unternehmen.

Eindrucksvoller kann man Geld, Zeit und Human Resources nicht verschwenden als mit einer Ja-und-Amen-Unternehmensführung und der Reduzierung des Mitarbeiter-Braintrusts auf bloße Erfüllungsgehilfen.

Alternativlos erstickt Wandel, Wachstum, Wohlstand

Ein Unternehmen, das dieser Unternehmensführung fröhnt, riskiert seinen gesamten Wohlstand, eventuellen Vorsprung vor Wettbewerbern, Erfolg innerhalb weniger Jahre zu verspielen.

Es riskiert seinen eigenen Bankrott und die geistige und körperliche Armut jedes einzelnen Mitarbeiters.

Beim Top-Management eines Unternehmens ist uns dieser Zusammenhang sofort klar – warum nicht in der Politik?

Stellen wir uns doch einfach vor, wir seien der Aufsichtsrat unserer Regierung! Würden wir nicht sofort einschreiten, wenn wir solch ein alternativloses Top-Management vor uns hätten?

3 thoughts on “Angela Merkels ‘Alternativlos’ ist immer eine Niete”

  1. Das Problem geht noch tiefer. Sagt eine Person: „Das ist alternativlos!“ sagt sie in Wirklichkeit: „Ich bin alternativlos. Denn ich habe es erkannt, im Gegensatz zu euch, die nicht die Fähigkeit und das Wissen haben, es auch zu erkennen. Bin ich aber alternativlos, gibt es keine Wahl zu mir, bin ich ohne Gegenentwurf. Ich bin Gott. Zweifelt ihr mich an, ist das Häresie!“
    Ein erschreckender Gedanke; wir müssen Schluss machen mit dem alternativlosen Geschwätz.

  2. Nachsatz: Im Zweifel kann man gerettet werden, wenn man sich rechtzeitig öffnet, lernt, wieder die Meinung anderer zu respektieren, beginnt zu diskutieren, Argumente austauscht, Kompromisse eingeht, der besten – und nicht nur der eigenen – Lösung folgt.
    Ein steiniger Weg, aber für alle Beteiligten der Beste.

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