#Schleichberechtigung oder 7 Fehler im DGB-Video zum Equal-Pay-Day am 18. März

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Nichts gegen Equal Pay, aber man sollte ehrlich, authentisch, realistisch agieren – einfach vorbildlich. Alles andere ist kontraproduktiv. Hier mein Kommentar zum suboptimalen Video und Ansatz des DGB.

1. Der DGB gibt schnell zu: Gewichtet beträgt die Lücke nur 6%! > “Fast 3/4 des Gender Pay Gaps von 21% lassen sich darauf zurückführen, das Frauen in Berufen arbeiten, die per se schlechter bezahlt sind. Zudem sind sie seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs. Vergleicht man Frauen und Männer, die gleich qualifiziert sind und einen vergleichbaren Job machen, beträgt die Lohnlücke immer noch 6%! (Zur Pressemitteilung der Stat Bundesamts: bit.ly/2n9YMpD)”.

2. Erst wenn sich die Bewerberin wie ein Mann danebenbenimmt, bekommt sie 100% Gehalt?
Dazu kommentiert Mirjam: “Mannomann… gute Absicht, leider nicht so gute Umsetzung. Eine Frau sollte, auch wenn sie keine typisch “männlichen” Interessen hat, auf gleiches Gehalt für gleiche Arbeit pochen. Dafür muss sie sich nicht als quasi-Mann präsentieren… aber die Absicht find ich gut.” – Word!

3. Das ist ein ganz schön graubrühiger, deprimierender Konfi. Sieht es so beim DGB aus? Warum sollte die junge Frau in solch einem ästhetisch rückständigen Unternehmen arbeiten wollen? Das Portrait eines modernen Ambiente würde mehr bewegen.

4. Das sind keine Männer oder Arbeitgeber, sondern Karikaturen derer. Warum sollte die junge Frau mit solchen Kollegen zusammenarbeiten wollen? Damit will sich niemand identifizieren oder gar hinterfragen. Wir wollen Vorurteile abbauen, nicht schüren.

5. Drei Männer im Bewerbungsgespräch? Geht es um einen Vorstandsposten? Drei Männer? Gerade in Human Resources sind doch noch am ehesten Frauen (auch in höheren Positionen) zu finden. Drei Männer? Da müsste doch wenigstens 1 Frau sitzen. Wegen der Quote! Was soll das lieber DGB?

6. Drei Männer? Natürlich setzt der DGB Männer dahin, denn säßen dort Frauen, gäbe es ein großes Problem: die HR-Frauen würden bei der Bewerberin auch auf 21% bestehen!

7. Der Hashtag “#SchlussMitSpielchen!” ist ein wenig zaghaft, um das Grundrauschen da draussen zu durchdringen. “FRAUEN VERDIENEN MEHR!” wissen inzwischen auch alle – aber sie BEKOMMEN leider nicht mehr.

Mein Hashtag-Vorschlag zum Thema > #schleichberechtigung !

Insgesamt geht es primär nicht um Geld und Gehalt.
Es geht um Anerkennung, um gleiche Chancen schon in der Erziehung, in der KiTa.
Es geht um Freiheit. Es geht um Zugang zu allen erdenklichen Jobs.
Es geht um Respekt, um Akzeptanz, Achtung, um Achtsamkeit, um Kollegialität, Partnerschaft, Teamplay.
Es geht um Mütter, die für ihre Töchter kämpfen – wenn es die Väter, Brüder, Kommilitonen, Kollegen, Freunde, Ehemänner, Söhne schon nicht tun.
Es geht um Zivilcourage aller und das zivilisatorische Herauswachsen aus der Barbarei.