Liebe Berater, hört mit dem Blödsinn auf, Manager zu Marken machen zu wollen

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Immer wieder mal liest man den für mich unverständlichen Rat, Manager müssten dringend zu Marken werden. Dieser Tage auch. Blödsinn!
Darauf möchte ich nur kurz – und beileibe nicht im Einzelnen – eingehen.

1. “Führungskräfte müssen „Marken“ werden”, steht da.
Führungskräfte müssen keine Marken werden. Und ganz bestimmt keine in Anführungszeichen. Tatsächlich wäre es umgekehrt viel sinnvoller: Marken müssen Mensch(lich) werden! Aber das ist eine andere Geschichte.

2. “Führungskräfte müssen sich zu echten Leadern entwickeln, also Persönlichkeitsmarken”
Gerade Leader sind keine Marken. Wer Leader sein möchte, muss sich vom Manager wieder zum Menschen entwickeln. Think about it!

3. Marken stehen heute für die Ausbeutung der Ärmsten. Und/oder den Diebstahl von Wasser und Bodenschätzen. Für Lärm- und Umweltverschmutzung. Für eine Teilschuld am Klimawandel. Für aggressives Gewinnstreben um jeden Preis. Das Ausbremsen des Fortschritts, da sie selbst noch nicht soweit sind. Für das Beugen von Gesetzen. Höchstmögliche Steuervermeidung. Das Todschreien jeder Kritik. Monologe. Langeweile und Stromlinie. Für das Vordringen in die intimsten und privatesten Bereiche der Menschen. Für den fehlenden Dienstleistungs-, Team- und Empathiegedanken gegenüber Mensch, Natur, Kultur, Zukunft. Wer sollte solch ein Markenwesen sich als Vorbild nehmen wollen!?

– Lasst es mich so formulieren, wie ich es bereits am 26. Okt, 2010(!), bloggte (Selten so gelacht: Manager als Marke!?):
“… Deutsche Chefs müssen mitnichten zu Marken werden, sie müssen mutiger werden, sich unabhängig machen von ihrem eigenen Geschwätz. Sie müssen brillant werden und nicht Mittelmaß bleiben, sie müssen an sich arbeiten, an ihrer Qualität, ihren Fähigkeiten und ‘Produkt’-Eigenschaften. Sie müssen eigene Ziele entwickeln, ein eigenes Denken, sie müssen ihrem Leben endlich einen Sinn geben, Relevanz.

Marken – wie Manager – brauchen ein Ziel, eine Aufgabe, eine Herausforderung, eine Vision. Viel Geld verdienen ist keine Vision. Bekanntheit und Ruhm sind keine Vision. Der größte Mercedes ist keine Vision.

Eine Vision ist immer größer als der Einzelne. Eine Vision bewegt etwas. Eine Vision hat Bedeutung über den Einzelnen hinaus. Sie verbessert das Leben vieler!

Da helfen keine Images, keine Gimmicks, und taschenspielerischen Tricks – da geht es sehr schnell an das Eingemachte, das Innerste, das individuelle Feuer in uns allen. Es geht um Produkte und Lösungen, nicht um Marken und Ablenkungen. An ihren Taten werdet Ihr sie messen, nicht an ihren Worten!

Der Manager muß über sich hinauswachsen – nicht versuchen, seinen kläglichen Rückgrats-Rest in eine Marke zu verwandeln! Muß inspirierendes Vorbild werden, im Leben und Business – nicht Marke! Damit ist keinem geholfen!”

In diesem Sinne: Werdet Vorbilder, Role Models, mit Ecken und Kanten! Aber keine Marke!