Liebe CEOs: Wie man Basilikum – oder Unternehmen – kultiviert

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Viel zu oft kümmert man sich um seine Basilikumkultur erst, wenn man wieder so richtig Lust auf die wundervolle Melange von Tomate, Mozzarella, Basilikum, gutem Öl und fermentiertem Pfeffer bekommt. Dann aber ist es meist zu spät.

Basilikum kann man nicht auf Knopfdruck, zu einem Pitch, zu einer leckeren Vorspeise, zur company-weiten Strategieänderung  ein- oder ausschalten. Basilikum braucht kontinuierliche Aufmerksamkeit von A(!)chtsamkeit bis Z(!)uspruch. Sonst vertrocknet es oder fault gar. Also:

I. Faule Blätter
Großräumig und kompromisslos entfernen! Faulheit (oder Fäulnis) ist ein Virus. Meist verbreitet er sich über Watercooler, Küche, Kantine; und kann die komplette Pflanze befallen. Faule Blätter sind wie faule Äpfel. Ihr kennt das mit dem Korb.

II. Vertrocknete Blätter
Hier besteht noch Hoffnung. Einerseits kann man diese wie alte Zöpfe abschneiden. Idealerweise chirurgisch genau. Andererseits kann man sie durch Wässern, zB mit Wissen und Wertschätzung, wiederbeleben.

Basilikum braucht kontinuierliche Aufmerksamkeit von A(!)chtsamkeit bis Z(!)uspruch.

III. Junge, starke Blätter
Sie müssen anfangs durch 24/7-Beachtung und -Pflege ermutigt werden zu wachsen. Sie sind die Zukunft der ganzen Pflanze. Und prägen mit hellerem Grün und sprichwörtlicher Lebendigkeit die Aussenwirkung des Basilikums besonders stark. Sie wollen sich noch austoben; und das sei ihnen gegönnt. Manche nennen es Kreativität.

IV. Zukünftige Blätter
A propos Aussenwirkung: Damit überhaupt neue Blätter kommen, muss die komplette Pflanze im Innern verstanden haben, dass man sie ernst nimmt, ihr Respekt zollt, sie nicht allein ist. Sie muss Selbstbewusstsein, Zukunftsfähigkeit, Gesundheit und Stärke ausstrahlen.

Denn heute entscheiden die jungen Blätter selbst, ob sie bei der Pflanze bleiben oder abfallen wollen – um auf fruchtbarem Boden zur eigenständigen Pflanze zu werden. Das Basilikum muss tagtäglich beweisen, dass es die jungen Blätter verdient – nicht umgekehrt.

Dazu sollte man der Pflanze gleichmäßig und regelmäßig Regen, Sauerstoff und Sonne spenden. Sich um jedes einzelne Blatt kümmern. Mit ihnen sprechen. Sie loben. Zuhören lernen. Sie fragen, ob sie etwas brauchen. Nicht jeden Wunsch erfüllen. Sie alle jedoch sehr ernst nehmen.

V. Blätter, die man längst gegessen/vergessen hat
Unbedingt in guter Erinnerung behalten. Den jungen Blättern regelmäßig von den alten erzählen. Von ihrem Geschmack, ihrer Würze, ihrer Einzigartigkeit, ihrem Wert für die gesamte Pflanze – und dem bigger-than-Life Ziel!

Das Basilikum muss am Ende des Tages verstehen, mit seinem Engagement zu einem größeren Ziel beizutragen. Es selbst muss diese Vision leben. Wir können nur der – mehr oder weniger – Grüne Daumen im Hintergrund sein. In diesem Sinne!