Zetsches Zynismus, DFBs Dummheit und VWs Verzweiflung – #stopmakingsense

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Der gute, alte Zetsche. Noch vor kurzem hatte ich allein auf ihn gesetzt, die automobile Welt Deutschlands zu retten. Hatte in ihm einen neuen Manrique sehen wollen (“Ist Daimler das neue ‘Umparken …’? Zetsche der neue Musk oder gar Manrique? – #stopmakingsense”), der die Welt mit Beyond Blech und der anschließenden Transzendierung der Mobilität hin zur Begegnung der Menschen beglückt und zu einer besseren macht.

Weit gefehlt. Zetsche ist wie alle – nur einen Tick schlimmer. Die anderen blieben in ihren Verstecken, zogen ihr betrügerisches Trachten in aller Ruhe unter Ausschluß des Konsumenten, den sie eigentlich in den Mittelpunkt stellen sollten, durch.
Zetsche preschte vor, sei es gegen VW, sei es gegen die Trägheit der anderen. Der Macher, der Innovator, der Ritter im blechernen Kleid, der einzig uns vor Tesla und seinen elektrischen Schergen retten könne.

GrowUpZetscheNun zeigt sich, auch Kaiser Zetsches neue Kleider, Initiativen und Visionen sind nur Schall und Rauch. Trugbilder. Erzeugt von einem hart am Meinungswinde zwischen Aktionären, Konsumenten und Politik segelnden nackten Kapitän, der sein Schiff so gar nicht im Griff hat. Denn entweder wusste er die ganze Zeit Bescheid, dann konnte er keine Vertraulichkeit sicherstellen unter seiner Mannschaft. Oder er wusste nichts, dann wurden teuerste Fehlentscheidungen haarscharf an ihm vorbei getroffen. Was gefällt den Aktionären wohl besser?

“Vernunft und Verhältnismäßigkeit sind gefragt”, schrieb er in anderem Zusammenhang. Zum geplatzten DFB-Deal. Aus reiner DFB-Dummheit. (Und es war richtig von Zetsche, den Deal platzen zu lassen – leider aus den falschen Gründen. Und leider steht direkt der nächste Egozentriker bereit, die Lücke zu füllen, statt ein Zeichen zu setzen.)
“Vernunft und Verhältnismäßigkeit”, zynisch, oder? Die sind inzwischen doch wirklich egal. Bei Abgaswerten, bei Effizienzklassen, Größen, Hubräumen, Verbräuchen, ökologischen Schäden all seiner Produkte bis runter zum kleinsten Smart. Und nun bei 3 Millionen Dieselfahrzeugen.

Aber so ist die Welt heute. Geld regiert – koste es, was es wolle. Der DFB verrät den längstjährigen Partner, der mit ihm durch dick und dünn geht. Zetsche verrät die Mehrheit seiner treuen Konsumenten, Deutschlands Menschen und Gesellschaft, seinen Aufsichtsrat und seine Aktionäre.

Wie müssen gerade letztere sich fühlen, machen sie Zetsche doch zum hundertfachen Millionär. Zum Dank für seine Führung, für sein Bemühen, Daimler, Mercedes, Smart unter den Top-Marken der Welt zu verankern. Den Mercedes-Slogan “Das Beste oder Nichts” zu blühenden Landschaften in den Köpfen der Menschen zu entwickeln, für immer in ihren Herzen und Geldbeuteln zu verankern.

Hm. Da ziehen dunkle Dieselwolken auf. Und ich sehe beileibe keinen elektrischen, empathischen, ethischen Silberstreif am Horizont.

Welcher Daimler-Mitarbeiter kann da noch Lust verspüren, aufzuschauen zu Zetsche und Kollegen, sie als Führungspersönlichkeiten zu akzeptieren, als Vorbilder zu bewundern? Geschweige, Hoffnung und Zuversicht und Engagement in diese Führung zu investieren?

In einer Welt fühlender, empathischer, leidenschaftlicher, altruistischer Menschen müsste nun die Schockstarre einsetzen. Business as usual unmöglich sein. Jede/r Einzelne nach einem Neuanfang verlangen. Einer radikalen Umkehr. Endlich gelebten Werten, ungeschriebenen Gesetzen, dem Schutz von Gesundheit und Leben der Menschen da draussen, sowie drinnen. …

In diesem Sinne!
#humansolutions
#talkingtacheles
#stopmakingsense

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