“Machen! Einfach und applicable!” brachte uns dahin, wo wir heute stehen: am Abgrund. #stopmakingsense

506 Worte|
Ein guter Freund äußerte in den letzten Tagen zur Causa Winterkorn, et al den vollkommen richtigen Rat: “Machen! Einfach und applicable!”.

Leider verstehen die meisten nicht den relevanten Kern dieser Botschaft und wählen den einfachsten Weg, die schnellste und populistischste Lösung, den ersten Reflex, den Weg des geringsten Widerstandes. Schließlich sehen wir nach Anais Nin die Dinge nicht, wie SIE sind, sondern wie WIR sind.
Da wird das bewusste Gehirn erst gar nicht eingeschaltet. Da zählt der Reflex, das Kurzfristdenken. Da siegt der Trieb über den Verstand, der Aktionismus über das Achievement.

Am ehesten versteht man die sich im ‘Machen!’ verbergende Herausforderung durch den Steve Jobs – Steve Ballmer Vergleich in meiner Wiwo-Kolumne “Berühmte letzte Worte: Microsoft, Bahn > Visionen? Ab zum Arzt!” vom 28. August, 2013:
“… der Wert Microsofts von 600 Milliarden Dollar am ersten Tage Ballmers als CEO auf knapp 270 Milliarden am Tage vor seiner Rücktrittsankündigung eingebrochen ist.

In 14 Jahren den Wert des Unternehmens halbiert. Wie konnte das passieren? Kurzfristige Prioritäten und Visionslosigkeit:
“Ballmer’s good qualities, especially when it came to maximizing revenue and profits, were also his worst qualities, especially as the consumer market came to dominate computing. And, to Microsoft’s short-term benefit but long-term detriment, the incentives Microsoft gave its employees to achieve Ballmer’s aims choked out the sensitivity to truly understand what’s next.”

Steve Jobs – Gründer und nicht nur Manager – erklärt dies 1996 so: “A lot of people in our industry haven’t had very diverse experiences. So they don’t have enough dots to connect, and they end up with very linear solutions without a broad perspective on the problem. The broader one’s understanding of the human experience, the better design we will have.”

Zwischen diesen beiden Absätzen als i-Tüpfelchen der perfekte Link, gesetzt von Wiwo: “Konzern muss sich neu erfinden: Microsoft braucht jemanden wie Steve Jobs” :) qed.

Steve Jobs ‘machte’ einfach – wie Steve Ballmer. Der Unterschied im Ergebnis könnte jedoch größer nicht sein – wie die Welt eindrucksvoll an der Realität der beiden Unternehmen ablesen kann. Zum Glück konnte sich MS davon inzwischen erholen.

‘Machen!’ beinhaltet keine operationale Handlungsanweisung, keinen Weg, kein Ziel. ‘Machen!’ verbleibt daher auf der Aktionismus-Ebene, wird nicht zum Achievement. Man überlässt Aktion, Weg und Ziel der Kreativität des zum ‘machen’ Aufgeforderten.

Man denke an das Chaos, wenn 1.000 Angestellte einfach ‘machen’ – oder gar 30 Vorstände deutscher Unternehmen. 100 Politiker. Da braucht man keine Phantasie, da reicht eine Tageszeitung.

SteveSteveKontinuumJe näher man im Steve/Steve-Kontinuum einem Steve Jobs ist, desto eher wird man aus dem ‘Machen! Einfach und applicable!’ etwas wahrhaft Großartiges erschaffen. Ansonsten … eben nicht.

Einem Steve Jobs kann man getrost ‘Machen!’ zurufen, einem Steve Ballmer besser nicht.
In Deutschland sind wir seit langem (“Wie uns Innovation ganz langsam – Generation für Generation – aus den Genen gewaschen wird”) zu nah an Mikromanager Steve Ballmer, um jedem Vorstand, Politiker, Manager, Ingenieur ein bedingungsloses ‘Machen!’ zuzurufen.

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