Georg von Holtzbrinck-Preis: Das feministische Versagen hoch 3 des “ausgezeichneten Wirtschaftsjournalismusses”

1. Ich bin traurig. Nicht nur, weil beim diesjährigen Georg von Holtzbrinck-Preis nur Männer ausgezeichnet wurden. Im Gegenteil, nur Männer auszuzeichnen ist heutzutage eine Leistung die ihresgleichen sucht. Bei all den guten weiblichen Journalisten da draussen, muss man es ersteinmal schaffen, sie alle zu übergehen.

2. Ich bin eher traurig, sehr traurig, darüber, dass in den Autoren-Teams selbst ebenso wenige, also keine(!) Frauen sind, lieber Dietmar und Frank, lieber Lutz, Oliver, Christian, Benedikt, Felix, Karsten, Philip, Manuel, lieber Christian und Marius, lieber Nachwuchs-Preisträger Moritz. Keiner Interesse an Gleichberechtigung, Emanzipation, Feminismus? Am intellektuellen, herausfordernden, Grenzen hinausschiebenden und Horizonte erweiternden Austausch mit tollen Frauen? An ihnen gar zu wachsen? Unsere Gesellschaft voranzubringen? Mannmann.

3. Noch trauriger bin ich allerdings, dass selbst die Jury sich erdreistet bei 10 Mitgliedern mit Nicole Prüsse eine(!) einzige Frau neben der gesetzten Miriam Meckel (Herausgeberin im verleihenden Verlag) zu benennen: “Dieter von Holtzbrinck (Vorsitz), Verleger, DvH Medien GmbH – Dr. Thomas Bellut, Intendant, ZDF – Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, Institut der deutschen Wirtschaft Köln – Dr. Tonio Kröger, Geschäftsführer, antoni GmbH – Prof. Dr. Miriam Meckel, Herausgeberin, WirtschaftsWoche – Prof. Dr. Henrik Müller, Direktor Institut für Journalistik, TU Dortmund – Klaus-Peter Müller, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Commerzbank AG – Dr. Nicole Prüsse, Geschäftsführerin Zentral-, Nord- und Osteuropa, ZenithOptimedia – Gabor Steingart, Herausgeber, Handelsblatt – Jochen Wegner, Chefredakteur, ZEIT Online” – HB

Sind die Jungs, Dieter, Thomas, Michael, Tonio, Henrik, Klaus-Peter, Gabor, Jochen, mental doch nur grauhaarige, alte, weiße Männer? Oder merken sie den Unterschied nicht, weil das ‘in der Wirtschaft immer noch gang und gäbe’ ist? Wo ist ihr journalistischer Verstand, ihr intellektueller Avantgardismus, ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Vorbildfunktion geblieben?

Am traurigsten bin ich jedoch darüber, dass keiner der ausgezeichneten Journalisten seinen Preis aus obigen Gründen zurückgibt. Keiner ein Zeichen in der heutigen Zeit zu setzen bereit ist. Alle lieber als Preisträger, denn als Vorbilder einer neuen Generation in die Redaktionen zurückeilen.

Vielleicht sind diese ausgezeichneten Journalisten gar nicht so ausgezeichnet, wie uns der Georg von Holtzbrinck-Preis weismachen möchte. Denn in einem großen Journalisten sollte auch ein großer Mensch stecken. Die vermisse ich aber – auf der Bühne, in den Journalisten-Teams und in der Jury selbst. Sorry.

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Für Carina – bei der ich obigen Artikel fand. Stellvertretend für alle guten, tollen Frauen und Journalistinnen da draussen!